Alternativen zu einem Streaming Monster
Finanzierung der Entwicklung von KI-Waffensystemen, KI generierte Musik, I.C.E. Werbung, niedrige Payouts und unfaire Algorithmen für kleinere Artists – mittlerweile dürfte es jeder mitbekommen haben, dass Spotify keiner von den „Guten“ ist. Trotzdem ist es weiterhin der Musikstreamingdienst mit den meisten Hörer*innen. Damit das nicht so bleibt, will ich euch heute ein paar Spotify Alternativen aufzeigen die fairer, transparenter und qualitativ hochwertiger agieren.
Qobuz – Hochwertiges Musikstreaming aus Europa
Qobuz ist ein französischer Musikstreamingdienst und damit ein EU-Unternehmen. Gerade in Zeiten politischer Unsicherheiten und wachsender Kritik an US-Konzernen ist das für viele Nutzer*innen ein starkes Argument.
Qobuz bietet eine deutlich höhere Audioqualität als Spotify, da Musik in verlustfreiem Hi-Res-Audio angeboten wird. Zudem zählt der Dienst zu den Plattformen mit den höchsten Auszahlungen pro Stream für Artists.
Aber: Der Fokus liegt vollständig auf Musik: Podcasts und Hörbücher gibt es nicht. Ein kostenloser Tarif wird außerdem auch nicht angeboten – das Premium-Abo startet bei 13,99 € pro Monat im Jahresabo (ansonsten 15,99 €).
Tidal – Vom Künstlerprojekt zum Großkonzern
Tidal wurde ursprünglich von Musiker*innen gegründet, gehört inzwischen jedoch zum US-Konzern „Block“. Ungeachtet dessen ist Tidal eine der bekanntesten Spotify Alternativen mit besserer Klangqualität.
Auch hier profitieren Artists von höheren Payouts pro Stream als bei Spotify. Neben Musik bietet Tidal ein kleines, eher untergeordnetes Angebot an Podcasts und Zusatzinhalten.
Ein kostenloser Tarif existiert auch hier nicht, aber das Standard-Abo beginnt bei 10,99 € pro Monat und ist damit preislich konkurrenzfähig.
Bandcamp – Musik kaufen statt streamen
Bandcamp ist keine klassische Musikstreaming-Plattform, sondern ein digitaler Marktplatz für Musik. Künstler*innen entscheiden selbst, wie viele kostenlose Streams sie zulassen. Einnahmen entstehen hauptsächlich durch Verkäufe – und davon gehen im Schnitt über 80 % direkt an die Artists.
Die Plattform aus den Vereinigten Staaten eignet sich besonders für Menschen, die sich eine eigene digitale Musikbibliothek aufbauen und Artists direkt unterstützen wollen. Weil jedoch längst nicht alle Artists Bandcamp nutzen, bleibt das Angebot zwangsläufig selektiv.
Ein Streaming-Abo gibt es nicht, dafür können Künstler*innen ihre Musik kostenlos hochladen. Daher gilt Bandcamp als eine der besten Plattformen, um Underground-Musik zu entdecken.
SoundCloud – Brutstätte für neue Musik
SoundCloud wurde ursprünglich in Berlin gegründet, befindet sich jedoch mehrheitlich im Besitz der US-Investmentgesellschaft „Raine Group“ sowie „Temasek Holdings“ aus Singapur.
Ähnlich wie bei Bandcamp können Artists ihre Musik kostenlos hochladen, allerdings mit einem Limit von 180 Minuten. Dadurch sind viele Diskografien unvollständig (auch die von Juicy Roadkill), und auch hier ist das Angebot an Artists nicht flächendeckend.
Trotzdem ist SoundCloud eine wichtige Plattform, um neue, unabhängige Künstler*innen zu entdecken. Ein kostenloser Tarif (mit Werbung) ist verfügbar.
Apple Music, Amazon Music, YouTube Music & Deezer – Die Schmuddelkinder
Der Vollständigkeit halber sollten auch diese Spotify Alternativen genannt werden. Inhaltlich unterscheiden sie sich jedoch kaum von Spotify: große Kataloge, algorithmisches Streaming und vergleichsweise geringe Transparenz.
Apple und Amazon versprechen zwar höhere Auszahlungen pro Stream, sie gehören jedoch zu Konzernen, die politisch und wirtschaftlich ähnlich problematisch agieren wie Spotify.
Alle diese Dienste bieten zwar ihr „Solo“-Abonnement etwas günstiger an, aber auch sie unterstützen offen oder indirekt die aktuelle MAGA-nahe US-Politik. Eine klare Empfehlung lässt sich hier daher nicht aussprechen.

Ist Streaming die Lösung?
Unterm Strich haben vor allem kleinere Bands kaum etwas von den Streamingeinnahmen (egal von welchem Anbieter), sind aber im digitalen Zeitalter auf die Reichweite der Plattformen angewiesen um überhaupt gehört oder entdeckt zu werden. Wer seine Lieblingskünstler*innen wirklich unterstützen möchte, besucht Konzerte und kauft physische Tonträger oder Merch direkt vor Ort. Alles andere ist – bei aller Bequemlichkeit – nur ein Kompromiss.
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Die Inspiration für den Beitrag habe ich mir bei „Cut Off the Spigot“ geholt – wer ein bisschen tiefer in das Thema einsteigen möchte, kann sich hier mehr Details rausholen: https://cutoffthespigot.substack.com/p/spotify-alternatives-that-pay-artists



